Export von Getreide: Wohin exportiert Polen sein Getreide?

Welche Länder sind die Hauptabnehmer polnischer Getreidearten, und welche Getreidesorten exportiert Polen am häufigsten?

Polen hat seit Langem seine Position als einer der größten Getreideexporteure in Europa behauptet. Nach Angaben des Hauptstatistischen Amtes (GUS) hat Polen in den letzten Jahren durchschnittlich 6 bis 8 Millionen Tonnen Getreide pro Jahr exportiert, was einen bedeutenden Anteil an der gesamten Getreideproduktion Polens ausmacht, die in günstigen Jahren über 30 Millionen Tonnen beträgt. In der Exportstruktur nimmt Weizen eine dominierende Rolle ein, wobei die Exporte in Rekordjahren bis zu 4 Millionen Tonnen erreichten. Polen exportiert außerdem Mais, Roggen, Gerste und Triticale, deren gemeinsamer Anteil am Export etwa 40 Prozent beträgt.

Die Hauptabnehmer polnischer Getreide sind Länder der Europäischen Union. Innerhalb der Exportstruktur hat Deutschland den größten Anteil und importiert polnisches Getreide für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie. Im Jahr 2022 importierte Deutschland etwa 1,2 Millionen Tonnen polnisches Getreide, was etwa 20 Prozent des Gesamtexports ausmachte. Weitere wichtige Märkte sind die Niederlande, Spanien und Italien, wo polnisches Getreide in der Produktion von Teigwaren, Brot und Tierfutter verwendet wird. Die Exporte in die Niederlande beliefen sich 2022 auf etwa 700.000 Tonnen, während Spanien fast 800.000 Tonnen polnisches Getreide erhielt.

Außerhalb der Europäischen Union wird polnisches Getreide auch nach Nordafrika exportiert. Algerien, Marokko und Ägypten gehören zu den größten Importeuren von Weizen und Gerste, die hauptsächlich in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. Im Jahr 2021 exportierte Polen rund 600.000 Tonnen Weizen nach Algerien und über 500.000 Tonnen nach Ägypten. Der afrikanische Markt, trotz höherer Transportkosten, wird aufgrund der wachsenden Nahrungsmittelnachfrage und der begrenzten landwirtschaftlichen Produktionskapazitäten in der Region zu einem immer wichtigeren Exportziel.

Der Nahe Osten ist ein weiteres bedeutendes Exportziel für polnisches Getreide. Saudi-Arabien und die Türkei sind die Hauptimporteure von Weizen und Mais aus Polen, die in der Futtermittelindustrie verwendet werden. Im Jahr 2022 beliefen sich die Exporte nach Saudi-Arabien auf etwa 400.000 Tonnen, während die Türkei fast 300.000 Tonnen erhielt. Die Exporte in Länder des Nahen Ostens werden durch günstige logistische Bedingungen unterstützt, wie beispielsweise die gut entwickelte Hafeninfrastruktur in Danzig und Gdynia.

Polen exportiert auch erhebliche Mengen an Getreide nach Asien. China und Indien sind in dieser Region die wichtigsten Abnehmer polnischer Getreide. Im Jahr 2021 exportierte Polen rund 200.000 Tonnen Mais nach China, um der steigenden Nachfrage nach Futtermitteln in diesem Land gerecht zu werden. Die Exporte nach Indien beliefen sich auf etwa 150.000 Tonnen Weizen und Gerste, die in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. Der Anstieg der Exporte nach Asien hängt mit der wachsenden Bevölkerung und den Anforderungen des Agrar- und Lebensmittelsektors in dieser Region zusammen.

In der Struktur der polnischen Getreideexporte spielt Roggen eine bedeutende Rolle, insbesondere in den skandinavischen Ländern und in Deutschland. Im Jahr 2022 betrugen die Roggenexporte etwa 900.000 Tonnen, was einen erheblichen Anteil an den gesamten Getreideexporten Polens ausmacht. Roggen wird hauptsächlich in der Backwarenindustrie und für die Alkoholproduktion verwendet. Polen ist einer der größten Produzenten und Exporteure von Roggen weltweit, was einen Wettbewerbsvorteil auf den internationalen Märkten bietet.

Gerste ist ein weiteres wichtiges Exportprodukt aus Polen. Im Jahr 2021 beliefen sich die Gersteexporte auf insgesamt etwa 700.000 Tonnen, wobei ein bedeutender Teil in EU-Länder wie Belgien, Frankreich und Deutschland geliefert wurde. Gerste wird sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch als Futtermittelzutat verwendet. Die Exporte von Gerste nach Afrika und Asien wachsen ebenfalls dynamisch, was auf die zunehmende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen in diesen Regionen zurückzuführen ist.

Die Exporte von Mais aus Polen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Außenhandelsstruktur des Landes. Im Jahr 2022 exportierte Polen etwa 1 Million Tonnen Mais, von denen der größte Teil in EU-Länder wie Deutschland, die Niederlande und Spanien ging. Mais wird hauptsächlich in der Futtermittelindustrie, aber auch in der Lebensmittel- und Energieindustrie verwendet. Der Anstieg der Maisexporte aus Polen ist auf die wachsende Wettbewerbsfähigkeit des polnischen Agrarsektors auf den internationalen Märkten zurückzuführen.

In den letzten Jahren hat der Export von ökologischem Getreide aus Polen an Bedeutung gewonnen. Im Jahr 2022 erreichten die Exporte von ökologischem Getreide etwa 100.000 Tonnen, wobei der Großteil in westeuropäische Länder wie Deutschland, Schweden und Österreich geliefert wurde. Ökologisches Getreide erfreut sich auf den internationalen Märkten zunehmender Beliebtheit, was auf die steigende ökologische Bewusstheit der Verbraucher und die erhöhte Nachfrage nach hochwertigen Produkten zurückzuführen ist.

Die Verkehrsinfrastruktur spielt eine Schlüsselrolle beim polnischen Getreideexport. Wichtige Häfen wie Danzig, Gdynia, Stettin und Świnoujście wickeln einen bedeutenden Teil der Getreideexporte ab. Im Jahr 2022 wurden über 5 Millionen Tonnen Getreide über polnische Häfen exportiert, was etwa 70 Prozent der Gesamtexporte ausmacht. Ein gut ausgebautes Schienen- und Straßennetz gewährleistet die effiziente Lieferung von Getreide zu den Häfen sowie zu Nachbarländern wie Tschechien, der Slowakei und Litauen.